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Als Tag der Gründung der Freiwílligen Feuerwehr Landshut weist die Chronik den 26.10.1859 aus. Es meldeten sich zur Gründungsversammlung über 500 Bürger. Als Feuerwehr-Requisitenhaus wurde vom Stadtmagistrat das Rathaus-Rückgebäude in der Fleischbankgasse zu Verfügung gestellt.
Interessant ist der Beschluss der Magistrats: “Der Knecht, welcher als erster mit Bespannung bei Alarmierung im Rathausgebäude erscheint, solle einen Kronthaler erhalten“. Als Übungsplatz wurde vom Magistrat der "Rosskopfkasernenplatz" bei der Heilig-Geist-Kirche zugewiesen, auf dem ein Übungsgerüst für 260 Gulden zur Schulung der Steiger errichtet wurde. Die erste Dienstvorschrift regelte die Funktionen von Steigern, Schlauchführern, Einreißern, Spritzenmannschaften, Wasserträgern und Ordnern sowie Tambours der Königlichen Landwehr. Die erste Feuerwehrübung fand am 13.10.1860 am alten Salzstadel in der Steckengasse statt. Die Chronik verzeichnet seit der Gründung eine Anzahl von Bränden, darunter auch mehrere Großbrände, im Jahr 1902 nur einen einzigen. Nach dem Großfeuer im Lagerhaus Kohlndorfer im Jahre 1905 wurde von der Feuerwehrführung der Plan gefasst, ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Exerzierraum, Stallung, Wohnung und Steigerturm u.a.m. zu erstellen. Wegen Geldmangel wurde dieser Plan jedoch vom Magistrat "...bis auf weiteres" zurückgestellt.
Weiter in der Chronik: Durch die fortschreitende Industrialisierung wurden die Anforderungen an die Wehr immer größer und die Einsätze immer schwieriger (59 Brandeinsätze in den Jahren 1922 – 1928), so dass die Stadt Landshut im Jahre 1929 den Startschuss zum Neubau eines "Zentral-Feuerwehrgerätehauses“ am "Heumarkt" ( heute: Bischof-Sailer-Platz) gab. Am 2.11.1930 wurde der ob seiner Geräumigkeit und Zweckmäßigkeit großes Aufsehen erregende Neubau in Dienst gestellt.
In diesem neuen Zentralfeuerwehrgerätehaus wurde 1931 auch die neugegründete Bayerische Landesfeuerwehrschule untergebracht. Diese neue Institution – bedeutsam für die Stadt Landshut – verblieb bis zum März 1937, bis sie aus Platzgründen nach Regensburg, dem Sitz der Regierung, verlagert wurde. Die Aufgaben der Feuerwehr nahmen enorm zu, insbesondere die Einsätze in Technischer Hilfeleistung. Dies fand in der technischen Ausgestaltung der Fahrzeuge seinen Niederschlag: die Fahrzeuge wurden nicht nur länger und höher, sondern auch breiter. War das Zentralfeuerwehrgerätehaus bei seiner Indienststellung "das modernste in Bayern“, so genügte es in den 50er- und 60er Jahren nicht mehr den Anforderungen. Gesuche um die Erstellung eines Neubaus blieben zunächst ungehört. Erst ein Beinahe-Unfall eines Feuerwehrdienstgrades, der bei Alarm in das Feuerhaus eilte und von einem ausfahrenden Fahrzeug an den Torpfeiler gedrückt wurde, gab Veranlassung wieder auf die Notwendigkeit eines Neubaus hinzuweisen.
Dazu die schriftliche Stellungnahme des Stadtrates vom 14.01.1961: „Im Rahmen des Planungsvorhabens Landshut-Ost zwischen Bischof-Sailer-Platz und Niedermayerstraße ist auch die Schaffung geeigneter Unterkünfte für die Feuerwehr vorgesehen. Für die Errichtung eines geeigneten Feuerwehrhauses sieht der Haushalt 1961 die Schaffung einer Rücklage vor, der zunächst 800.000 DM zugeführt werden sollen. Durch den Umzug der Stadtwerke und den Umbau des so genannten Gasreinigergebäudes im Jahre 1967 war es möglich, die unmittelbare Raumnot zu verringern.
Es dauerte noch 14 Jahre, bis das dringende Erfordernis einer neuen Hauptfeuerwache Realität werden konnte.
Modell der Hauptfeuerwache? Aufgrund der gewachsenen Anforderungen an die Feuerwehr wurden auch die Räumlichkeiten der Feuerwehr Landshut am alten Standort zu klein. Im Interesse eines schnellen Zugriffs im Einsatzfall, war die Nähe zur historischen Innenstadt erforderlich. Hier war ein Grundstück an der Niedermayerstraße ausgewählt.
Dieses Grundstück, in der Nähe der Altstadt erfordert eine andere Architektur als ein Vorhaben am Stadtrand. Der ungewöhnliche Grundstückszuschnitt macht eine Reihe von planerischen Kunstgriffen erforderlich, einerseits für die Funktion der Feuerwehr, andererseits aus städtebaulichen Gründen.
An der Hauptstraße mussten der Haupteingang, die Einsatzzentrale und die Fahrzeughallen für den ersten Einsatz angeordnet werden. An der Sigmund-Schwarz-Straße wurden Lagerräume, Werkstätten und Wohnungen untergebracht sowie die Fahrzeughallen für weitere Fahrzeuge. Die aus Platzgründen notwendige Grenzbebauung wurde als Bindeglied zwischen den beiden Baukörpern gestaltet. Hier finden sich die Büros. Der dadurch entstandene Innenhof wird von der Feuerwehr für Übungszwecke genutzt; er bietet den Vorteil einer Schallabschirmung nach außen. Um dem innerstädtischen Charakter gerecht zu werden, wurde die Anlage aus kleingliedrigen Gebäuden in konventioneller Bauweise mit Satteldächern, eingedeckt mit roten Ziegeln, erstellt.
Einen wesentlicher Planungs- und Kostenfaktor stellte die feuerwehrtechnische Einrichtung dar. Neben einer vollautomatischen Schlauchpflege- und Trocknungsanlage, einer Atemschutzübungsstrecke, einer Atemschutzwerkstatt und einer mit modernsten Geräten ausgerüsteten Einsatzzentrale wurden eine Vielzahl von Sondereinrichtungen geschaffen. |